Spätsommer / Herbst 2018

Dieser Herbst war unerbittlich…

 

Auch Strollis beeindruckender und ergreifender Weg ging zu Ende.

 

Sie ist ihn gegangen und gegangen und gegangen…, bis das Leben sie verließ.

 

Und dennoch, nach dem sie bereits auf Grund ihrs hohen Alters, als nicht therapierbar aufgegeben war, wagten wir in Zusammenarbeit mit unserer Haustierärztin den Versuch ihr mittels dem Zytostatika Palladia Lebensqualität und Lebenszeit zu verschaffen. Und es gelang. Der Tumor stellte sein Wachstum zunächst ein und wuchs dann sehr sehr langsam. Auch als er sich dann doch ausbreitete und wir die Dosis erhöhten, hatte sie weder Nebenwirkungen noch andere Einschränkungen. Das Speicheln blieb, aber sie hatte mit unserer Hilfe und Pflege damit keine Probleme. Fast ein Jahr hat sie weiter glücklich gelebt und geliebt und alles genossen, was sie an Zuwendungen wollte und einforderte.

 

Strolli Bolli hat, und auch trotz ihres wachsenden Karzinoms unter der Zunge gezeigt, dass sie selbst entscheidet und dass sie vom Leben mitnimmt, solange sie nur kann. Und es war länger als erwartet und sie lebte intensiver als nur vorstellbar war.

Vor allem selbstbestimmt.

 

Strolli hat ebenso wie Buntel und Linolein das Leben hier dominiert und mitbestimmt.

 

Jedes Bedürfnis wurde beachtet und in den Fokus gerückt. Für Strolli wurde es, auf Grund des Speichelns, ein Leben voller Baumwollwindeln zum Unterlagen, Feuchttücher und Zellstoff. Immer griffbereit zur Hand. Sie hat diese Hilfe dankbar angenommen und stets ein frisches Plätzen vorgefunden, wenn sie auch nur kurz aufgestanden war.

 

…Wenn dann der Tag des Abschieds gekommen ist, steht man da, mit den aufgestapelten, Tüchern, den vorbereiteten Hilfen und die Hände bleiben leer….Es wird bewusst, wie sehr  sie fehlt, ihre Blicke, ihr Kommen, ihre immer und immer wieder fordernde Gesten und ihr Stimmchen, das sagt, wie gern sie doch gestreichelt sein möchte. Man konnte sich niemals irgendwohin setzen, ohne dass Strolli sofort da ist und ihr Pfötchen hebt um zu zeigen, sie möchte Nähe und Zuwendung….

 

Das Schlimmste was zurückbleibt ist dieses Fehlen. Diese Stille, diese Leere, die sie alle hinterlassen…

 

Ihre Schwester Susi ging viel zu früh… Nun ist Strolchilein  ihr gefolgt. Sie wurde 18 Jahre als. Ein so liebenswertes Wesen, das sich so tief ins Herz geschlichen und darin für immer verankert hat.

 

*

Die hellen Tage sind nicht mehr,

und ich denke immer noch an Dich.
So oft ist es besonders schwer,
und dunkel, ohne Dein strahlendes Licht

 

Seit Deinem Abschied fehlst du mir,

still und alleine blieb ich zurück.

Nur Deine Erinnerungen sind noch hier,
als großer Teil von meinem Glück.

 

Still wird es bleiben in meinem Herzen
ich trage Dich in mir bis mein Atem steht,
und denke an Dich, brenne unzählige Kerzen
in Liebe zu Dir, die niemals vergeht.

*

 

 

 

Die warmen Tage vergingen, es wurde Herbst, es wurde kühler und Eiseskälte überzog mein Herz.:-(

 

Die Tage für das wunderschöne und einzigartige Linobärchen waren gezählt, ohne dass ich es kommen sah. 

 

So gleichbleibend optimistisch und voller Lebenskraft wanderte er mit uns durch seine Therapie. Kaum Nebenwirkungen, immer guter Dinge und dem Sommer zugewandt.

 

Bis sich ganz unerwartet und von einer Sekunde zur anderen die Wolken verdunkelten und er einen Hirninfarkt, eine Art Schlaganfall/Vestibularsyndrom erlitt.

 

Zunächst bestand noch Hoffnung, dass er sich davon erholen könnte…. aber er ging von mir.

 

Einfach so, ganz leise mitten in seinem Schlaf, der auch sein Erholungsschlaf hätte sein können. Es war nicht so, …. er ging und ich hielt sein Pfötchen und atmete mit ihm, bis es still wurde.

 

Zurückgeblieben sind Fassungslosigkeit und unendliche Trauer. Er war  noch so jung. Viel zu jung. 

 

2014 kam er im Winter hier hereingeschneit mit einer unbändigen Lebenskraft, Energie und einem eindringlichen Stimmchen. Und er hatte es nicht leicht. Er kam mit einer chronischen Erkrankung hier an, für die es viele Wochen und Geduld benötigte, bis er am Leben mit all den anderen teilnehmen konnte. Als er es endlich konnte, hat er intensiv gelebt, war immer gesprächig, immer in Kontakt mit uns, immer energisch in der Bekundung seiner Wünsche und  Bedürfnisse.

Damals dachte ich, das wird ein ganzes langes Leben mit ihm…es wurden nur 4 gemeinsame Jahre.

 

Ich habe kaum Worte für diesen Verlust. Seit Februar trug ich meine Hoffnung mit ihm, mit jeder Hilfe und jeder Stütze für ihn war ich hoffnungsvoll. Mit jeder kleinen Schwierigkeit kreiselte ich bis eine Lösung gefunden war. Er spürte das und lehnte sich so sehr an mich an. Der Linobär, der eigentlich immer seiner Wege gehen wollte, wurde zutraulich und ganz zärtlich in seiner Bekundung seines Vertrauens. Er rührte mich so sehr und nahm mich ganz für sich ein.

 

Eine solche intensive Sorge und Unterstützung ist so ausfüllend und nimmt jeden Tag und das Geschehen ganz und gar ein. Gleichzeitig auch erfüllend, wenn man sehen kann wie es ihm hilft und er putzmunter und energisch sein Leben und seine Tage mit Freude erlebt.

 

Umso drastischerer ist der  Herzzerbrechende Moment, wenn mit einem Schlag alles endet.

Als er ging war er nur 7 Jahre.

 

Nun muss ich weiterleben. Ohne Dich. Alles was mir bleibt sind all die Erinnerungen dieser Zeit mit Dir und meine Liebe für Dich. :-(

 

*

 

Weite Schwingen wünsch ich Dir,

für eine sanfte Reise,

mit tausend Tränen die Dich begleiten,

auf innig liebende Weise.

 

Inmitten all der Seelchen,

lebt unsre Zweisamkeit,

für immer in mir verborgen

diese wunderschöne Zeit.

 

Flieg nun ganz ohne Sorgen,

stark und sicher hinaus,

ich halte Dein Glück geborgen

für immer in unserem Haus.

 

Meine Hoffnung im trauernden Herzen,

reicht bis zum Anfang der Welt,

ein Weg voller strahlender Kerzen,

der mich am Leben hält.

 

Ich folge dem Traum  jeder schlaflosen Nacht,

in der wir uns wiederfinden,

Seelen, die sich ganz leise und sacht

ineinander verwinden.

 

*

 

 

 

 

 

Dieser Sommer ging zu Ende, und mit ihm das liebe kleine Emmalein….es war ganz Dein Sommer, bis zum letzten Sonnenstrahl

 

Das bunte zauberhafte Emmalein  tippelte durch das Tierhäuschen, maunzend und zwitschernd, gesprächig und zart, immer geradeaus, immer freundlich, gediegen, sanft und zufrieden.

 

Später mit wackeligen Beinchen, aber stetig und ausdauernd Richtung Garten, energisch Raum und Zeit erobernd, um glücklich zu sein.

 

Das Näschen im Wind, immer munter und immer heiter, voller Vertrauen und voller Kraft.

 

 

Von Ferne schlich sich leise, und ganz langsam das Tor zum Regenbogen heran.

 

Er klopfte erst nur flüsternd  und gewährte noch manches Mal einen Aufschub und glückliche Tage.

 

Bis zum allerletzten Sommersonnentag hast Du Deine Energien gebündelt um ihn im Garten zu verschlummern und zu dösen… doch der Regenbogen wurde heller und kam näher, bis er Dich nun mit sich fort genommen hat.

 

 

Emmalein wurde fast 18 Jahre.

 

Die Tage gehen weiter, mit Weinen, Vermissen und Trauern.

 

Und an Dich denken.

 

Aber auch Lächeln, mit den Augen auf Deine Freunde gerichtet, um zu tun was zu tun ist:

 

Dein und Euer aller Heim erhalten. In Liebe und im Gedenken an Dich und all jene die vorausgegangen sind.

 

Emmalein, Buntinchen, Buntelchen..

 

Dein Name ist nun für immer im Herzen vergraben, dort bleibst Du sicher beschützt und die Zeit wird Dich still und in Frieden bis ans Ende unserer Tage bewahren.

Kleine, großartige, tapferere und ganz besonders wunderbare Emma.

 

Nun ist es Zeit auf Wiedersehen zu sagen,

Es sind die Stunden, die Tage, die Wochen, allein, weil Du nicht bei mir bist.

Nun ist es Zeit, zu gehen in ein Leben ohne Dich.

Ohne Dich zu wissen, dort hinten zwischen den Blüten der Beeren, zwischen den Schatten spendenden Blättern, in Deinem Nest aus Gras und Pünktchen aus Sonnenlicht.

Ich werde träumen,  in den Stunden ganz allein,  von einem Land,  mit dir als Licht, als Sonne und als  Mond,  und ich werde träumen, das Du da bist, träumen von Dir und mit Dir.

 

Hab Dank kleine Emma, für all die glückliche schöne Zeit mit Dir.

 

 

Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf.
Die Vögel singen, wie sie gestern sangen.
Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf.
Nur Du bist fortgegangen.
Du bist nun frei

und unsere Tränen wünschen Dir Glück.


Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

Ein ganz großer lieber Dank geht an Jacqueline, für Ihre liebevolle Zuwendung für die Bewohner des Tierhäuschens, für die vielen schönen Besuche in diesem Sommer, die wunderbaren Nachmittage und Abende, für die tolle Unterstützung, für alle die liebe Zeit, die sie den Tieren hier gewidmet hat. Tausend liebsten Dank, liebe Jacqueline :-)

 

 

 

 

 

 

Im Katzengarten sind die Pfirsiche reif  :-)

 

Jeden Tag gibt’s frische Früchtchen, immer mit dabei: die kleinen Erntehelfer  :-)

 

 

 

 

Unsere Gartengäste im Zwitschereck sind auch in diesem Sommer: zahlreich, bunt, voller Vielfalt und Stimmgewalt, lebensfroh und immer hungrig:-)

 

Alle Bilder hier: Gartengäste

 

 

 

 

Ende August haben Sandra und Jana noch einmal ihr Patenkätzchen Emmalein und unsere Schützlinge im Tierpflegeheim besucht.

 

Alle großen und kleinen Pfötchen haben viele Streicheleinheiten, Schmusezeit und Zuwendung genießen können. Für alle Kätzchen gab es auch wieder Leckereien.

 

Vielen lieben Dank Ihr beiden für die schöne Zeit mit Euch und Eure liebe Unterstützung für Emma und alle Schützlinge hier  

 

 

 

Update Lino, Strolli, Emma

 

 

Lino Chemotherapie, m. Lymphom, Woche 21:

 

Weiterhin sehr gutes Allgemeinbefinden, obwohl er in der vorigen Woche für gehörigen Schrecken sorgte, als sich an seinem Hals eine größere Verdickung abzeichnete. Im Laufe einiger Tage ist diese jedoch wieder verschwunden, so dass davon ausgegangen werden kann, dass es sich um eine Zyste gehandelt hat.

 

 

Emma, CNI weit vorgeschritten:

 

Nach dem sich zeigte, dass sie trotz der vielen unterstützenden assistierten Fütterung mit reichlich Flüssigkeit zu dehydrieren begann, haben wir begonnen ihre Flüssigkeitsversorgung nun für eine Zeitlang mit subkutanen Infusionen zu unterstützen. Gleich am folgenden Tag wurde sie wieder mobiler, mit einem wacheren Blick und rundum verbessertem Allgemeinbefinden.

 

 

Strolli, Plattenepithelkarzinom:

 

Weiterhin unverändertes Befinden. Die unterstützende Therapie mit  dem Zytostatika Palladia zeigt, dass das Wachstum des Tumors unter ihrer Zunge gebremst und zum stagnieren gebracht werden konnte. Sie verhält sich unverändert gut und zeigt nach wie vor keine Auffälligkeiten. Sie wird in allem unterstützt und nun haben wir auch einen Trick gefunden, der es ermöglicht sie komplett zu säubern und zu pflegen, ohne Gefahr zu laufen von ihr dabei gebissen zu werden. Ein kleiner Katzenmundkorb. Sehr nützlich und in null Komma nix ist sie wieder frisch und sauber. Das Speicheln konnte leider nicht gestoppt werden, da der Tumor in ihrem Mund sich für sie wie ein kaugummiartiger Fremdkörper anfühlt. Aber solange es möglich ist sie zu pflegen, ist das Speicheln kein Problem. Hilfreich sind hier auch die zahlreichen Baumwollwindeln die in allen ihren Körbchen liegen und jeden Tag gewechselt werden.